Was ist HPV? Humane Papillomaviren einfach erklärt
HPV ist die Abkürzung für Humane Papillomaviren, eine große Gruppe von Viren, die Haut und Schleimhäute am Körper infizieren können.
HPV gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen weltweit.
85-90% ALLER SEXUELL AKTIVEN MENSCHEN INFIZIEREN SICH IM LAUFE IHRES LEBENS MIT HPV. DIE MEISTEN INFEKTIONEN BLEIBEN UNBEMERKT UND OHNE GESUNDHEITLICHE FOLGEN.
Sowohl Männer als auch Frauen können sich mit HPV anstecken.
In Österreich starben in den letzten Jahren durchschnittlich 3 Frauen pro Woche an HPV-bedingtem Krebs.
Jede zweite infektionsbedingte Krebserkrankung steht in entwickelten Ländern im Zusammenhang mit HPV.
Auch wenn der Großteil der HPV-Infektionen von selbst abheilt, können anhaltende Infektionen z.B. zu Genitalwarzen oder Gebärmutterhalskrebs führen.
DIE FOLGENDEN INFORMATIONEN ERSETZEN KEINE ÄRZTLICHE BERATUNG, DIAGNOSE ODER BEHANDLUNG. SPRICH MIT DEINER:M ÄRZT:IN.
Was ist HPV?
ES GIBT ÜBER 200 VERSCHIEDENE TYPEN VON HPV.
Einige befallen vor allem die Haut, andere Schleimhäute an Scheide, Vulva, Analbereich oder Gebärmutterhals.
Sie werden in unterschiedliche Typen eingeteilt. Für die Gesundheit besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Niedrigrisiko-HPV-Typen und Hochrisiko HPV Typen.
HPV-TYPEN: NIEDRIGES RISIKO UND HOHES RISIKO
NIEDRIGRISIKO-HPV-TYPEN
können Feigwarzen im Genital- oder Analbereich verursachen, zum Beispiel an Vulva, Scheide oder After. Diese Veränderungen sind oft gutartig, können aber trotzdem körperlich und emotional sehr belastend sein.
HOCHRISIKO-HPV-TYPEN
können Zellen verändern und zu bestimmten Krebsvorstufen oder Krebsarten führen, wie beispielsweise Gebärmutterhalskrebs, aber auch Krebs an Vulva, Scheide oder After.
HPV IST SEHR HÄUFIG: VIER VON FÜNF SEXUELL AKTIVEN MENSCHEN INFIZIEREN SICH IM LAUFE IHRES LEBENS MIT HPV.
Eine HPV Infektion bedeutet aber nicht automatisch Krebs. In vielen Fällen kontrolliert das Immunsystem die Infektion und die meisten HPV-Infektionen heilen von selbst wieder ab.
Kritisch wird das Thema vor allem dann, wenn eine Infektion mit einem Hochrisiko-HPV-Typ über längere Zeit bestehen bleibt. Sogenannte persistierende HPV-Infektionen erhöhen das Risiko für Krebsvorstufen und bestimmte Krebserkrankungen.
HPV: Erklärt von Ärztinnen
In dieser Videoserie trifft Isabel Zinnagl (Salon Mama) auf Dr. Sarwenaz Mahrouzadeh-Muqolli (Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe) und Dr. Verena Buchner (Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde und Allgemeinmedizin).
Zusammen beantworten sie Fragen rund um HPV, die insbesondere – aber nicht nur – für Eltern spannend sein könnten.
Wie wird HPV übertragen?
- Die Übertragung erfolgt vor allem durch direkten Hautkontakt und Schleimhautkontakt.
- HPV wird primär durch vaginalen, analen und oralen Geschlechtsverkehr übertragen; auch enger intimer Hautkontakt kann für eine Ansteckung ausreichen.
KONDOME BIETEN KEINEN VOLLSTÄNDIGEN SCHUTZ GEGEN HPV.
- HPV betrifft jedes Geschlecht und jede sexuelle Orientierung. Frauen, Männer und Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung können sich infizieren und HPV weitergeben.
WER KANN BETROFFEN SEIN?
HPV bei Frauen, Männern und Kindern.
Bei Frauen steht HPV besonders im Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs, Krebsvorstufen und Früherkennung. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig zur frühzeitigen Erkennung von Zellveränderungen. Im Rahmen der Krebsvorsorge können ein PAP-Abstrich, auch PAP-Test oder Krebsabstrich genannt, und ab dem 30. Lebensjahr ein validierter HPV-Test eingesetzt werden; beide Untersuchungen erfolgen über einen Abstrich vom Gebärmutterhals. Der Pap-Test untersucht Zellen auf auffällige Veränderungen, während der HPV-Test nachweist, ob Erbmaterial von HPV-Typen vorhanden ist. Ein positiver HPV-Test bedeutet jedoch nicht automatisch Krebs, sondern zeigt zunächst eine HPV-Infektion an, die je nach Befund kontrolliert oder weiter abgeklärt wird; nur bei bestimmten auffälligen Befunden können zusätzliche Untersuchungen oder eine Konisation notwendig werden. Eine Konisation ist ein operativer Eingriff, bei dem auffälliges Gewebe kegelförmig vom Gebärmutterhals entfernt wird.
Männer können HPV ebenfalls bekommen und weitergeben. Bei ihnen kann HPV Feigwarzen verursachen und als Risikofaktor für bestimmte Krebserkrankungen z.B. im Analbereich eine Rolle spielen. Auch ohne Beschwerden kann eine Infektion bestehen.
Bei Jugendlichen steigt das Risiko einer Ansteckung mit HPV mit Beginn sexueller Kontakte. Daher lohnt es sich schon im Kindesalter, bevor erste Erfahrungen ein Thema sind, vorzubeugen.
Häufige Fragen zu HPV
HPV ist die Abkürzung für Humane Papillomaviren. Diese Viren können Haut und Schleimhäute infizieren und kommen in vielen verschiedenen Typen vor.
HPV wird vor allem durch Haut- und Schleimhautkontakt übertragen, insbesondere beim vaginalen, analen oder oralen Geschlechtsverkehr. Kondome können das Risiko senken, schützen aber nicht vollständig.
Ja. In vielen Fällen kontrolliert das Immunsystem die Infektion. Die meisten HPV-Infektionen heilen von selbst wieder ab. Bleibt eine Infektion bestehen, können weitere Kontrollen wichtig sein.
Eine anhaltende HPV-Infektion mit Hochrisiko-Typen kann Zellveränderungen, Krebsvorstufen und bestimmte Krebserkrankungen begünstigen. Niedrigrisiko-Typen können Feigwarzen oder Genitalwarzen verursachen.
HPV kann über einen HPV-Test nachgewiesen werden. In der Krebsvorsorge können außerdem PAP-Abstrich/PAP-Test und HPV-Test eingesetzt werden.
Ja. Männer können HPV bekommen, weitergeben und selbst gesundheitliche Folgen entwickeln.
Ja. Die HPV-Impfung kann vor 9 Typen schützen und ist ab 9 Jahren möglich.
AT-GSL-01081, 08/2026