Leben mit HPV: Diagnose, Beziehung und Vorsorge
Ein positiver HPV-Test oder ein auffälliger PAP-Befund können im ersten Moment verunsichern. Aber wichtig ist: HPV-positiv bedeutet nicht, dass man Krebs hat oder sicher daran erkranken wird. Auf dieser Seite findest du Infos zu Testverfahren, Diagnose von Gebärmutterhalskrebs und Tipps zum Umgang mit HPV in Partnerschaften.
AUCH WENN DER GROSSTEIL DER HPV-INFEKTIONEN VON SELBST ABHEILT, KÖNNEN ANHALTENDE INFEKTIONEN Z.B. ZU GENITALWARZEN ODER KREBSARTEN, WIE Z.B. GEBÄRMUTTERHALSKREBS FÜHREN.
Die folgenden Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Fragen, einem auffälligen Ergebnis oder wenn der HPV-Test positiv ist, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
WICHTIG IST:
Vorsorgeuntersuchungen und HPV-Impfung haben
unterschiedliche Aufgaben.
Vorsorge erkennt mögliche Zellveränderungen, während die Impfung vor den häufigsten Hochrisiko-Typen schützen kann, die einen großen Teil der Gebärmutterhalskrebsfälle verursachen.
Auch geimpfte Personen sollten regelmäßige Untersuchungen bei der:m Gynäkolog:in wahrnehmen und auch wer regelmäßig Untersuchungen wahrnimmt, sollte sich impfen lassen.
Vorsorge, Tests und regelmäßige Kontrollen
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, weil Zellveränderungen früh erkannt und behandelt werden können.
In der Krebsvorsorge können ein PAP-Abstrich, auch Pap-Test oder Krebsabstrich genannt, und ein HPV-Test verwendet werden.
Der HPV-Test ist für Frauen ab 30 Jahren von der Österreichischen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie empfohlen.
DER PAP-ABSTRICH
untersucht Zellen vom Gebärmutterhals auf Veränderungen
DER HPV-TEST
weist nach, ob Erbmaterial von HPV-Typen vorhanden ist.
Was bedeutet ein positiver HPV-Test?
EIN POSITIVES TESTERGEBNIS
zeigt zunächst, dass eine HPV-Infektion nachgewiesen wurde. Ein geeigneter HPV-Test sollte zumindest auf Hochrisikotypen untersuchen, also auf Virus-Typen, die bei länger bestehender Infektion das Risiko für Zellveränderungen am Gebärmutterhals erhöhen können.
DAS BEDEUTET NICHT…
dass bereits Gebärmutterhalskrebs oder andere Krebsarten vorliegen.
Es gibt keine Medikamente, die HPV direkt eliminieren können; meist bekämpft die körpereigene Immunantwort die Viren.
WICHTIG IST DIE UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN
NIEDRIGRISIKO-HPV UND HOCHRISIKO-TYPEN.
NIEDRIGRISIKO-HPV-TYPEN
können Feigwarzen oder Genitalwarzen an Haut und Schleimhaut verursachen, etwa an Vulva, Scheide, Penis oder Analbereich. Diese Warzen können ärztlich behandelt werden, zum Beispiel mit speziellen Cremes oder Laserbehandlung.
HOCHRISIKO-HPV-TYPEN
vor allem HPV 16 und 18, erhöhen das Risiko für Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs. Auch Analkrebs, Tumore an Vulva oder Scheide können mit HPV zusammenhängen.
FÜR DEN FALL, DASS MITTELS TEST HÖHERGRADIGE VERÄNDERUNGEN FESTGESTELLT WERDEN, KANN EINE KONISATION DURCHGEFÜHRT WERDEN.
Ablauf, Heilung und Nachsorge
Eine Konisation ist ein operativer Eingriff, bei dem auffällige Zellveränderungen oder Krebsvorstufen am Gebärmutterhals entfernt werden.
Dazu wird ein kleines kegelförmiges Stück Gewebe aus dem Gebärmutterhals entnommen. Ziel ist es, verändertes Gewebe möglichst vollständig zu entfernen und gesundes Gewebe weitgehend zu erhalten. Dieses Gewebe wird anschließend untersucht.
Nach dem Eingriff ist Heilung wichtig. Viele Frauen haben für einige Tage leichte Schmerzen, Blutungen oder Ausfluss. Körperliche Schonung, der Verzicht auf Geschlechtsverkehr, Tampons, Schwimmen oder Baden für die empfohlene Zeit (meist 3 bis 4 Wochen) können Teil der Nachsorge sein. Die genauen Empfehlungen hängen vom Befund, vom Eingriff und vom individuellen Verlauf ab.
- Die Nachsorge dient dazu, zu prüfen, ob alles gut verheilt ist und ob neue Veränderungen auftreten.
- Regelmäßige Kontrollen sind notwendig, weil eine HPV-Infektion meist unbemerkt verläuft und oft keine Beschwerden verursacht.
- Bei Unsicherheit, Blutungen, Schmerzen oder Fragen sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden.
DIE ÖSTERREICHISCHE KREBSHILFE EMPFIEHLT DIE HPV-IMPFUNG NACH ZUVOR ERFOLGTER KONISATION. EINIGE VERSICHERUNGEN IN ÖSTERREICH ÜBERNEHMEN DIE KOSTEN DAFÜR BIS ZUM 45. LEBENSJAHR – VORAUSGESETZT, ES HANDELT SICH UM EINE KONISATION AUFGRUND VON HOCHGRADIGEN VERÄNDERUNGEN (HSIL BZW. CIN 2-3). SPRICH MIT DEINER:M ÄRZT:IN.
HPV-Infektion in festen Beziehungen
HP-Viren werden vor allem durch engen Haut- und Schleimhautkontakt und primär durch vaginalen, analen und oralen Geschlechtsverkehr übertragen.
Auch enger intimer Hautkontakt kann für eine Ansteckung ausreichen. Kondome können zwar das Infektionsrisiko senken, bieten aber keinen vollständigen Schutz.
EIN POSITIVES TESTERGEBNIS SAGT NICHTS ÜBER SCHULD,
TREUE ODER VERHALTEN EINER EINZELNEN PERSON AUS.
DESHALB IST ES WICHTIG, DAS THEMA OHNE VORWURF ZU BESPRECHEN.
Ob du deine:n
Partner:in informierst
ist eine persönliche Entscheidung. Häufig hilft ein ruhiges Gespräch: HPV ist verbreitet, meist harmlos und oft ohne Beschwerden. Männer und Frauen können HPV bekommen und weitergeben.
Nicht nur ein Frauenthema
Eine anhaltende Infektion mit HPV kann bei Männern unter anderem Feigwarzen verursachen und als Risikofaktor für weitere bestimmte Erkrankungen an Penis, Analbereich oder Mund-Rachen-Raum eine Rolle spielen.
Häufige Fragen zu HPV
Nein. Eine positive HPV-Testung bedeutet nicht automatisch, dass eine Krebsdiagnose vorhanden ist. Ein positiver HPV-Test zeigt zunächst an, dass eine HPV-Infektion vorhanden ist. Erst wenn Zellveränderungen über längere Zeit bestehen bleiben, kann daraus in seltenen Fällen Krebs entstehen.
Der Großteil der HPV-Infektionen heilt von selbst wieder ab. Anhaltende Infektionen können Folgen haben, wie z.B. Genitalwarzen oder bestimmte Arten von HPV-bedingtem Krebs.
Eine Konisation ist ein operativer Eingriff, der sowohl der Behandlung als auch der genauen Abklärung auffälliger Zellveränderungen am Gebärmutterhals dienen kann. Dabei wird verändertes Gewebe entfernt und anschließend untersucht.
Es gibt darauf keine allgemeingültige Antwort. Viele Menschen empfinden ein offenes Gespräch als hilfreich. Wichtig ist: HPV ist sehr häufig und betrifft Personen jeden Geschlechts. Eine Infektion ist kein Beweis für Untreue.
Ja, die HPV-Impfung kann nach einer Infektion sinnvoll sein. Sie behandelt keine bestehende Infektion, kann aber vor Erkrankungen, die von anderen HPV-Typen verursacht werden, schützen. Dein:e Ärzt:in kann dich dazu beraten.
Das hängt vom Befund ab. Bei einem auffälligen Testergebnis oder nach einer Konisation legt die Ärztin oder der Arzt die nächsten Kontrollen fest. Regelmäßige Untersuchungen sind ein wichtiger Teil der Früherkennung und geben Sicherheit.
AT-GSL-01084, 08/2026