Warum ist Früherkennung so wichtig?
Brustkrebs verursacht oft lange keine Beschwerden. Umso wichtiger ist es, Veränderungen früh zu bemerken und ärztlich abklären zu lassen. Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen und desto schonender können die Therapien gestaltet werden.
Früherkennung kann Leben retten
Regelmäßige Selbstuntersuchungen und das staatliche Mammographie-Screening in Österreich können dazu beitragen, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen – und Leben zu retten. Zur Früherkennung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:
Mammographie
Standardverfahren im Screeningprogramm Österreichs
Ärztliche Tastuntersuchung
Teil gynäkologischer Vorsorgeuntersuchungen
Selbstuntersuchung
monatliche Kontrolle durch die Frau selbst
Ultraschall
besonders hilfreich bei dichtem Brustgewebe
MRT
vor allem für Frauen mit stark erhöhtem Risiko, z. B. BRCA-Mutationen
Wie kann ich meine Brust selbst untersuchen?
Die Selbstuntersuchung ist eine einfache Maßnahme, um Veränderungen früh zu erkennen. Frauen sollten monatlich ihre Brust abtasten und auf Knoten, Verhärtungen oder Hautveränderungen achten. Sie ersetzt keine ärztliche Kontrolle, ist aber ein wichtiger erster Schritt.
- Knoten
- Größenunterschiede der Brust
- Hautaufälligkeiten (z. B. Dellenbildungen, Veränderung der Hautfarbe)
- Einziehungen (z. B. der Brustwarze)
- Sekretartige Absonderungen
- Verhärtungen in der Brust (z. B. Knoten)
Vor dem Spiegel
Stellen Sie sich zunächst mit anlegenden Armen vor den Spiegel. Überprüfen Sie Ihre Brüste auf optisch erkennbare Auffälligkeiten.
Heben Sie anschließend beide Hände an und verschränken Sie diese hinter dem Kopf.
Stemmen Sie danach leicht nach vorne gebeugt beide Hände in die Hüfte. Achten Sie auf optische Veränderungen Ihrer Brust.
Unter der Dusche
Unter der Dusche fällt das Abtasten der Brüste für viele Frauen einfacher, da die Haut nass ist. Heben Sie Ihren linken Arm und legen Sie die Hand hinter den Kopf.
Legen Sie die rechte Hand flach auf die linke Brust. Tasten Sie Ihre gesamte Brust und Achselhöhle mit drei Ihrer mittleren Fingerendglieder in kleinen Kreisen von innen nach außen oder in Auf- und Abbewegungen ab – mit leichtem, mittlerem und starkem Druck.
Wiederholen Sie das Ganze mit der linken Hand und der rechten Brust.
Auf dem Bett
Legen Sie sich flach auf den Rücken mit einem Kissen oder einem gefalteten Handtuch unter der linken Schulter und dem linken Arm über dem Kopf.
Legen Sie die linke Hand flach auf die rechte Brust. Tasten Sie Ihre gesamte Brust und Achselhöhle mit drei Ihrer mittleren Fingerendglieder in kleinen Kreisen von innen nach außen oder in Auf- und Abbewegungen ab – mit leichtem, mittlerem und starkem Druck.
Wiederholen Sie das Gleiche auf der anderen Seite mit der rechten Hand und der linken Brust.
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Mammographie-Screening in Österreich
In Österreich sind Frauen zwischen 45 und 74 Jahren alle zwei Jahre zur Mammografie eingeladen. Ab 40 sowie über 74 Jahren ist eine Teilnahme freiwillig. Für Frauen mit familiärem Risiko kann eine genetische Beratung sinnvoll sein. Die Untersuchung erfolgt in zertifizierten Radiologie-Instituten. Jede Aufnahme wird im Vier-Augen-Prinzip von zwei Fachärzt:innen befundet. Bei unklaren Befunden wird eine dritte Meinung eingeholt. Diese Qualitätssicherung garantiert eine hohe diagnostische Sicherheit.
Ab wann soll ich zur Mammografie gehen?
✓ Zwischen 45 und 74 alle zwei Jahre, optional ab 40.
✓ Bei familiärem Risiko auch früher nach ärztlicher Empfehlung.
Wie läuft die ärztliche Untersuchung ab?
Die Tastuntersuchung durch Ärzt:innen ist Teil der gynäkologischen Vorsorge. Sie ermöglicht die Erkennung von Veränderungen, die Patientinnen selbst nicht bemerken. Ein auffälliger Befund bedeutet nicht automatisch Brustkrebs. Weitere Schritte wie Mammographie oder Ultraschall folgen bei Bedarf.
Früh erkennen – besser handeln
Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Vereinbaren Sie bei Auffälligkeiten umgehend einen Termin bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Risikofaktoren verstehen
Die genauen Ursachen von Brustkrebs sind vielfältig. Alter, hormonelle Einflüsse und genetische Faktoren spielen eine Rolle. Bei familiärem Risiko kann eine genetische Beratung hilfreich sein.
Kann Brustkrebs auch Männer betreffen?
Ja, auch Männer können an Brustkrebs erkranken – wenn auch selten. Eine einseitige Verhärtung oder Veränderung sollte ärztlich untersucht werden.
Häufige Fragen & Antworten
Früherkennung erhöht die Heilungschancen deutlich. Wird Brustkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Tumoren oft kleiner und weniger aggressiv, sodass schonendere Therapien möglich sind. Dadurch verbessern sich Überlebensraten und Lebensqualität erheblich.
Einmal im Monat, idealerweise nach der Regelblutung, sollte die Brust vor dem Spiegel betrachtet und abgetastet werden. Achten Sie auf Knoten, Verhärtungen, Hautveränderungen oder Flüssigkeit aus der Brustwarze. Die Selbstuntersuchung ersetzt nicht die ärztliche Vorsorge, hilft aber, Veränderungen früh wahrzunehmen.
In Österreich und Deutschland wird Frauen ab 40 empfohlen, regelmäßig mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über das individuelle Risiko zu sprechen. Zwischen 45 und 74 Jahren ist die Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm vorgesehen. Bei familiärer Vorbelastung können frühere Untersuchungen sinnvoll sein.
Zur Früherkennung zählen die klinische Brustuntersuchung durch die Ärztin oder den Arzt, die Mammographie, der Ultraschall und in speziellen Fällen das MRT. Diese Verfahren ergänzen sich gegenseitig und helfen, Auffälligkeiten zu erkennen. Welche Methode sinnvoll ist, hängt vom individuellen Risiko ab.
Genetische Beratung wird empfohlen, wenn in der Familie gehäuft Brust- oder Eierstockkrebs vorkommt. Dabei wird das persönliche Risiko besprochen und gegebenenfalls ein Gentest durchgeführt. So lassen sich individuelle Früherkennungs- und Präventionsstrategien entwickeln.