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Brustkrebs Tumorstadien, Merkmale und nächste Schritte

„Sie haben Brustkrebs“ – ein Satz, der vieles verändert. Doch auch wenn die Diagnose beunruhigend ist: Heute stehen vielfältige Therapien zur Verfügung. Der erste Schritt: Ihr Behandlungsteam bestimmt das Stadium Ihrer Erkrankung – die Grundlage für die passende Therapie.

Wie wird das Stadium bestimmt?

Brustkrebs wird nach der internationalen UICC-Klassifikation in Stadien 0 bis 4 eingeteilt. Grundlage ist die internationale TNM-Klassifikation:

T (Tumor):

Größe und Ausdehnung des Primärtumors

N (Nodus):

Befall der Lymphknoten in der Achselhöhle oder Umgebung

M (Metastasen):

Nachweis von Absiedelungen in anderen Organen

Zusätzlich wird ein Grading (G1–G3) vorgenommen, das die Aggressivität der Tumorzellen beschreibt. All diese Faktoren werden in die UICC-Stadieneinteilung übertragen.

Die UICC-Stadien im Überblick 

Weitere Tumormerkmale

Neben dem Stadium zählen auch biologische Merkmale. Fachleute sprechen von Biomarkern oder Rezeptorstatus. Sie helfen, die richtige Therapie zu wählen.

HER2-Status (HER2)

HER2-Status (HER2)

HER2 ist ein Wachstumsfaktor-Rezeptor. Tumoren mit HER2-Überexpression wachsen schneller, sprechen aber gut auf zielgerichtete Therapien an.

Hormonrezeptorstatus (HR)

Hormonrezeptorstatus (HR)

Viele Brustkrebstumoren sind hormonabhängig. Ist der Tumor Hormonrezeptor-positiv, kommen Antihormontherapien oder Aromatasehemmer zum Einsatz.

TNBC

Triple-negativer Brustkrebs (TNBC)

Diese Tumoren weisen weder Hormonrezeptoren noch HER2 auf. Sie sind oft aggressiver, sprechen aber gut auf Chemotherapie und zunehmend auf Immuntherapien an.

BRCA1/2-Mutation

BRCA1/2-Mutation

Trägerinnen einer BRCA1- oder BRCA2-Mutation haben ein höheres Risiko für Brust- und Eierstockkrebs. Bei BRCA-assoziierten Tumoren kommen PARP-Inhibitoren als gezielte Therapieoption infrage.

Was bedeutet das für meine Therapie?

Das Tumorstadium und die biologischen Merkmale bilden die Grundlage für die individuelle Therapieplanung. Alle relevanten Befunde werden im Tumorboard besprochen, einem interdisziplinären Expertengremium. So erhalten Sie die bestmoegliche Empfehlung.

Hinweis_ Keine Notfallsituation

Hinweis: Keine Notfallsituation

Brustkrebs bedeutet in den meisten Fällen keine Notfallsituation. Sie haben oft Zeit, sich beraten zu lassen und die passende Entscheidung zu treffen. Je mehr Sie wissen, desto besser können Sie mitentscheiden.

Unterstützung und Beratung

Unterstützung und Beratung

Zertifizierte Brustgesundheitszentren begleiten Sie von der ersten Abklaerung bis zur Therapieplanung – mit individueller Beratung und professioneller Unterstuetzung.

Häufige Fragen (FAQ)

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Stadium 0 ist das Carcinoma in situ. Die Krebszellen sind auf Milchgänge oder Läppchen begrenzt und noch nicht invasiv. Die Heilungschancen sind in diesem Stadium nahezu 100 %. In diesem Stadium reicht oft eine Operation, manchmal ergänzt durch Strahlentherapie. Eine Chemotherapie ist in der Regel nicht notwendig. Patientinnen haben hier die besten Heilungschancen.

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In Stadium I ist der Tumor kleiner als 2 cm und es liegen keine oder nur wenige betroffene Lymphknoten vor. In Stadium II ist der Tumor größer oder es sind bereits einige Lymphknoten befallen. Beide Stadien sind gut behandelbar. In Stadium II kann es notwendig sein, eine Chemotherapie hinzuzufügen. Die Prognose ist insgesamt sehr gut, jedoch etwas niedriger als in Stadium I.

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TNM steht für Tumor, Nodus, Metastasen. Dieses Schema beschreibt Größe und Ausdehnung des Tumors (T), den Lymphknotenbefall (N) und das Vorliegen von Fernmetastasen (M). Diese Klassifikation ermöglicht eine präzise Beschreibung des Tumors. Sie ist international standardisiert und bildet die Grundlage für die Stadieneinteilung nach UICC.

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Biomarker sind biologische Merkmale wie Hormonrezeptorstatus, HER2-Status oder BRCA-Mutationen. Sie helfen bei der Entscheidung, welche Therapie am besten geeignet ist. Biomarker helfen nicht nur bei der Therapieentscheidung, sondern auch bei der Prognoseeinschätzung. Sie geben Hinweise, ob eine Patientin eher von Antihormontherapie, Chemotherapie oder Immuntherapie profitiert.

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Triple-negativ bedeutet, dass der Tumor keine Hormonrezeptoren und kein HER2 aufweist. Diese Form ist oft aggressiver, wird aber mit speziellen Therapien wie Chemotherapie und/oder Immuntherapie behandelt. Für diese Patientinnen sind klinische Studien besonders wichtig, da hier neue Wirkstoffe wie Immuntherapien erforscht werden.

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Vererbte Veränderungen in BRCA1 oder BRCA2 erhöhen das Lebenszeitrisiko für Brust- und Eierstockkrebs. Eine genetische Beratung und gegebenenfalls Testung ist sinnvoll, wenn mehrere Fälle in der Familie vorkommen oder Brustkrebs in jungem Alter auftritt. Das Ergebnis beeinflusst Vorsorge, operative Entscheidungen und kann den Einsatz spezieller Medikamente (z. B. PARP‑Inhibitoren) ermöglichen.